Trauung: Beispiel einer Ansprache zum Hohen Lied 8
„Lege mich wie ein Siegel an Dein Herz, wie einen Ring an Deinen Arm. Denn stark wie der Tod ist die Liebe, Leidenschaft hart wie die Unterwelt; ihre Gluten sind Feuersgluten, ihre Flammen wie Flammen des Herren. Große Wasser können die Liebe nicht löschen, Ströme sie nicht überfluten. Gäbe einer auch all sein Gut um die Liebe, würde man ihn verachten?“ Hohes Lied 8; 6 + 7


Ihr wollt einander vor Gott und vor den Menschen Eure Liebe und die Ehe versprechen. Ihr habt Euch als Wort, das über Eurem Versprechen steht, die Verse aus dem Hohen Lied der Liebe gewählt, das dem König Salomo zugeschrieben wird.
Ich beginne mit dem seltsam nüchternen Nachsatz, der den Worten der Leidenschaft folgt: „Gäbe einer auch all sein Gut um die Liebe, würde man ihn verachten?“

Damit werden die Worte der Liebe mit der Realität verbunden. Das Ver-Lieben ist ein Geschenk, das in uns Menschen angelegt ist. Um sich zu verlieben, muß ich nichts tun, es geschieht. Doch ist das Verlieben nicht die Liebe, sondern ein Teil der Liebe, ihr Beginn. Nach dem Verlieben kann die Liebe kommen, aber es muß nicht so sein.

Denn zu lieben bedarf einer Entscheidung für sich selbst und für den anderen Menschen. Es bedarf Investitionen in das Leben, die nicht umsonst sind. Investitionen, die man auch in den Beruf, in die Karriere, in die eigene Kreativität stecken kann. Liebe und beruflicher Erfolg, Liebe und Karriere schließen sich nicht aus. Aber wer liebt, stellt zu bestimmten Zeiten den Erfolg zurück, er entscheidet sich für den Partner, wenn dieser ihn braucht, oder wenn es schön miteinander ist. Und dieser Preis für die Liebe ist nicht zu hoch, sagt das Hohe Lied, er wäre nicht einmal zu hoch, ginge es um das gesamte Vermögen.

Daß gerade nach einer solchen Entscheidung die Kreativität gewachsen sein kann, eventuell eine ganz andere Kraft auch im Beruf vorhanden ist, weil die Liebe zum Mensch – sein qualifiziert, ist eine andere Geschichte. Auch daß es Neid auf die Liebe geben kann, und Versuche, sie zu hindern. . . .


Weiteres Beispiel
Wenn zwei Menschen sich kirchlich trauen lassen wollen, hat jedes Paar andere Wünsche aneinander und auch ein anderes Verständnis von Trauung. Auch innerhalb der Kirchen und zwischen ihnen gibt es große Unterschiede im Verständnis. Ich biete meine Unterstützung bei der Gestaltung Ihrer Trauung an, wenn für Sie Ihre Liebe im Mittelpunkt stehen soll und Sie sich trauen, zu lieben.

Pastor Johannes Schröder