Konfirmiert wurden am 20. März 2016 (von links nach rechts)

Till Daniel

Katharina Knauer

Celine Frank

Paulina Wiederspan

Emilie Krüger

Elea Kühnemund

Cathleen Diez


Maurice Seker (am Ostersonntag, dem 27. 3.)


Die Bekenntnisse und Zweifel der Konfirmanden im Jahr 2016, gesprochen im Konfirmationsgottesdienst. 

Ich wünsche mir Weltfrieden und mehr Menschlichkeit, ich wünsche mir, daß meine Familie und meine Freunde gesund bleiben.
Ich glaube an Gott.
Mir sind meine Familie und meine Freunde wichtig, weil sie für mich da sind und ich ihnen nur das Beste wünsche.
Ich zweifle an der Menschheit, und daran, daß Menschen aufhören, Kinder zu mißhandeln und zu vergewaltigen.
Ich möchte nicht, daß meiner Familie etwas passiert.
Ich hoffe, daß die Menschheit nicht noch mehr zu Boden geht und daß ich später eine eigene Familie haben werde.
Und ich wünsche mir noch mehr Glück und Zufriedenheit auf dieser Welt.

Paulina

Ich wünsche mir Weltfrieden und Gesundheit für meine Familie und meine Freunde.
Meine Familie und meine Freunde sind mir wichtig, weil sie immer für mich da sind, ich wünsche ihnen das Allerbeste.
Ich glaube an Gott
Ich zweifle daran, daß es Frieden geben wird.
Ich hoffe, daß meine Freunde und Familie immer an meiner Seite bleiben und ihnen nichts passiert.

Emilie

Ich wünsche mir Weltfrieden, Glück und Gesundheit für meine Freunde und meine Familie.
Meine Familie und meine Freunde sind mir wichtig, weil sie immer hinter mir stehen und mich immer unterstützen.
Ich glaube an Gott, weil es ja irgendjemanden geben muß, der die Erde erschaffen hat.
Ich zweifle daran, daß es irgendwann für eine lange Zeit Frieden geben wird.
Ich möchte nicht, daß meinen Freunden und meiner Familie etwas passiert

Cathleen

Ich zweifle an dem Urknall.
Ich finde es wichtig, daß alle Menschen gleich behandelt werden.
Ich glaube nicht daran, daß alle Menschen Frieden finden.
Ich wünsche, daß alle Menschen keinen Krieg führen.
Ich glaube, daß alle Welt Frieden haben wird.

Maurice

Ich wünsche mir, daß es keine Vorurteile mehr über Menschen oder deren Gedanken gibt.
Ich wünsche mir, daß mehr Frieden und Verständnis in der Welt herrscht.
Ich glaube an Gott, und daran, daß er uns beschützt.
Ich zweifle daran, daß es nur einen richtigen Weg gibt, an Gott zu glauben.

Elea

Ich glaube an den heiligen Geist.
Ich glaube an das ewige Leben.
Ich glaube nicht an die Wiedergeburt.
Ich zweifle an dem Himmel und der Hölle als real existierenden Orten.
Ich glaube nicht an die Entstehung der Welt durch Gott in 7 Tagen.
Ich glaube an Gott als Kraft, die überall und in jedem ist.
Ich glaube nicht, daß Gott das denken oder Handeln eines Menschen oder Tieres beeinflussen kann.

Till

Ich glaube daran, daß Gott ein Teil von uns ist, aber daß er auch über uns wacht,
zusammen mit den verstorbenen Menschen und Tieren, die wir lieben und die uns
lieben.

Katharina-Vivien

Anmeldung zum Konfirmandenunterricht 2016


Wenn Ihr jetzt zwischen 12 und 15 Jahre alt seid und Interesse am Konfirmandenunterricht habt, könnt Ihr Euch im Kirchenbüro jeden Donnerstag-Abend zwischen 16 und 19 Uhr zum Unterricht anmelden.


Bitte bringt, wenn Ihr getauft seid, Euren Kirchenpass oder Eure Taufurkunde mit und in jedem Fall Eure Geburtsurkunde.


Der Unterricht beginnt nach den Sommerferien und dauert ca. 1 ½ Jahre bis zu Osterzeit 2018. Er findet einmal wöchentlich gegen Abend in allen Wochen statt, in denen keine Ferien sind.

Pastor Johannes Schröder

Konfirmation mit eigenem Bekenntnis und eigener Entscheidung der Konfirmierten

K
onfirmation ist die Bestätigung der als Kind empfangenen Taufe durch den Erwachsenen

In Deutschland beginnt die Religionsmündigkeit (seit der Weimarer Verfassung 1920) mit 14, es ist also die erste Mündigkeit, die einem Jugendlichen verliehen wird. Ein 14-Jähriger könnte also auch gegen den Willen der Eltern Jude, Moslem oder Hindu werden. In der heutigen Realität entscheiden sich wenig Menschen ohne äußeren Anlaß für oder gegen eine Religion, sie werden in die Kirche hineingeboren, sie wollen kirchlich heiraten oder umgekehrt, sie sind im Osten ohne Kirche geboren, die finanzielle Belastung wird zu groß, da die Kirche nicht mehr besucht oder in Anspruch genommen wird.

Die biblische Taufe war ausschließlich die Erwachsenentaufe, die heute in dieser Form allein von den Baptisten vertreten wird. Erst nach der Entwicklung des Christentums von einer Untergrundreligion zur Staatsreligion im Römischen Reich in der Zeit von 200 bis 400 nach Christus wurden auch Kinder getauft, da jeder nun das Leben lang Christ blieb, weil er es bleiben mußte. Die fehlende       Wahlfreiheit galt in großen Teilen Europas bis vor etwa 150 Jahren – denn auch nach der erfolgreichen Reformation galt in Europa in der Regel: „Cuius Regio - eius Religio“  Die Religion / Konfession       Herrschers des Landes ist auch die Religion / Konfession des Bürgers dieses Landes. Martin Luther wußte von den Problemen der Kindstaufe. Daher hat er die Konfirmation eingeführt (aber sie nicht als     Sakrament eingesetzt) und mit ihr die Firmung und Erstkommunion der katholischen Kirche ersetzt. Von den vier Säulen der Taufe:

Segnung des Kindes

Vergebung der Sünden

Aufnahme in die Kirche

Bekenntnis des eigenen Glaubens

ist für ein kleines Kind nach unserem evangelischen Verständnis nur die Segnung schon real.

Der Säugling ist nach evangelischem Verständnis noch frei von Schuld, das Kind erwirbt mit seinem freien Willen und seiner zunehmenden Selbstständigkeit erst nach und nach auch die Fähigkeit zu sündigen (aus sich selbst heraus und durch Erziehung von Aussen). Erst der volljährige gesunde Erwachsene ist auch ganz schuldfähig und kann in vollem Umfang sündigen. Nach katholischem Verständnis dagegen werden wir im Stand der Erbsünde geboren – daher brauchen wir direkt nach der Geburt schon die Vergebung der Sünde. Daher ist hier die Kindstaufe möglichst bald nach der Geburt zwingend, das Kind „kommt sonst in die Hölle“.

In der lutherischen Kirche stehen heute Kindertaufe und Erwachsenentaufe gleichberechtigt nebeneinander. Das Kind gehört über die Eltern oder über einen Elternteil zur Kirche, aber noch nicht nach eigener Entscheidung. Daher nehmen wir in der evangelischen Kirche in der Regel kein Kind zur Taufe an, deren Eltern beide nicht zu einer christlichen Kirche gehören. Das Kind ist, wenn ich an Gott evangelisch glaube, sowieso Kind Gottes, erst mit den Jahren kann es aus sich heraus und durch Andere lernen, auch sündig zu handeln und sich gegen Gott entscheiden. Das Kind braucht also die Taufe nicht, um durch sie erst Kind Gottes zu werden. Die Kindertaufe vergewissert dem Kind, seinen Eltern und Paten und seiner Familie den Segen Gottes, der es umgibt, wie die Luft zum Atmen.
Es ist zum Kindergottesdienst und zum Konfirmandenunterricht eingeladen, um die Kirche und den Glauben kennenzulernen und sich dann vor der Konfirmation als Jugendlicher zu entscheiden, ob es selbst und unabhängig von den Glaubensentscheidungen der Eltern dazugehören will. Dies ist (zum Glück) keine endgültige Entscheidung, heute sind wir frei, unseren Glauben das ganze Leben hindurch zu entwickeln und zu ändern, ihn abzulegen und ihn wieder zu erneuern.

Das eigene Bekenntnis zu Gott hat jeder und jede von uns. Wenn Gott größer ist als jeder von uns Menschen, kann kein Mensch ein Bekenntnis und einen Glauben haben, der Gott ganz umfaßt und Gott ganz versteht. Daß es verschiedene christliche Konfessionen und Kirchen gibt, daß es in der Welt verschiedene Religionen gibt, ist also kein Fehler und keine Böswilligkeit der Menschen, sondern im Gegenteil eine Anerkennung der Tatsache, daß Gott größer ist als der Mensch. Ähnlich liebt ja auch (fast) jeder Mensch einen anderen Menschen auf andere Art und es lieben nicht alle Menschen den gleichen Menschen auf gleiche Weise. Die größte Sünde der Fundamentalisten aller Religionen und Konfessionen ist genau ihre Aussage: „Wir haben den rechten Glauben, Ihr habt ihn nicht“. Diese Menschen stellen sich damit auf eine Stufe mit Gott und verstoßen damit gegen das erste und das zweite Gebot.

In meinem Konfirmandenunterricht biete ich das Kennenlernen und das Einüben des Glaubens an. Die Jugendlichen sollen lernen, Stellung zu beziehen und auszusprechen, was ihnen am Herzen liegt ("Wo dein Herz ist, da ist dein Gott", Martin Luther). Sie lernen die Gebote, die Bibel, die christliche Botschaft kennen. Sie bekommen im Gespräch die Möglichkeit, die Gebote und die christliche Botschaft auf ihr Leben anzuwenden und mit eigenen Worten und Bildern zu verstehen. Sie sollen nicht lernen, so zu glauben, wie ich persönlich glaube oder wie es in den Bekentnisschriften unserer Kirche steht. Was und wie sie glauben, liegt in ihrer Freiheit, aber daß sie sich mit den Dingen des Glaubens und des Lebens beschäftigen, ist mir wichtig, solange sie an meinem Unterricht teilnehmen. Daher sprechen die Jugendlichen bei jeder Konfirmation ihre eigenen Bekenntnisse, von der Gruppe zusammengefaßt und ohne eigenen Namen darunter, weil sie noch schüchtern sind, oder auch individuell mit Namensnennung und selbst vorgetragen, wenn sie keine Angst haben.

Wenn es im und zum Schluß des Konfirmandenunterrichtes für die Konfirmanden nicht die Möglichkeit gibt, zu sagen: „Ich glaube nicht an Gott“ oder: „Ich zweifle an Gott“, ist es kein Konfirmationsunterricht im Sinne der Reformation. Dann ist es nur ein Initiationsritus nach nordeuropäischem Kultus, der den Schritt vom Kind zum Erwachsensein besiegelt und feiert. Dann lassen wir die Jugendlichen allein und können in allen unseren Gemeinden 4 – 8 Jahre später nur die Austrittserklärungen von etwa 2/3 der ehemaligen Konfirmanden aus unserer Kirche entgegennehmen, die wir vorher konfirmiert haben. Sie sagen uns dann in unpersönlicher und unverbindlicher Form: „ Ich glaube nicht an Gott“ oder „Ich glaube auf meine Art an Gott, zu der ich keine Kirche oder Gemeinschaft brauche“ oder „Mir sind Glaubensfragen ziemlich egal und Euch anscheinend auch, Ihr wollt nur viele Mitglieder haben, das verstehe ich, meine Firma will auch viele Kunden haben.“

Es treten nach meinem Unterricht nicht mehr oder weniger Jugendliche aus der Kirche aus als in anderen Gemeinden. Aber sie wissen zumindest, warum sie es getan haben (vielen bin ich in den vergangenen 30 Jahren in Lohbrügge wieder begegnet). Sie haben ein klares Wissen von der Freiheit und von der Verbindlichkeit sowohl des Glaubens wie auch des Nicht-Glaubens. Schwammige Gleichgültigkeit ist ihnen weniger nahe, das Wissen, daß sie selbst als Erwachsene ihren Glauben und ihre Zweifel gestalten, ist ihnen vertraut.
Dies wird deutlich, wenn sie trotz ihres Austritts Paten werden wollen. Daß dies nicht geht, brauche ich ihnen dann nur kurz in Erinnerung zu rufen, sie werden dann Taufzeugen mit einem persönlichen Versprechen, für das getaufte Kind einzutreten. Ebenso ist es bei der Trauung und bei der Beisetzung, bei der ich auf dem Respekt gegenüber dem persönlichen Willen und der persönlichen Mitgliedschaft oder Nicht-Mitgliedschaft der Ehepartner oder des Verstorbenen bestehe. Einen Traugottesdienst für Menschen, die beide keiner christlichen Kirche angehören, halte ich nicht. Für die Angehörigen von ausgetretenen Verstorbenen, die sich selbst zur Kirche zählen, gibt es das Angebot eines Gedenk- oder Abschiedsgottesdienstes. Einen Verstorbenen gegen seinen Willen unter das Kreuz zu zwingen, empfinde ich als unwürdig und noch nach dem Tod als entmündigend.

Nach dem Tod gilt wie nach der Geburt: Wenn Gott einen Menschen annimmt, hängt dies nicht von unseren Ritualen ab. Gott hat uns die Möglichkeit gegeben, Rituale zu schaffen, da sie uns helfen (nicht Gott), mit einem neuen Leben, mit Liebe, mit Schuld, mit unserem Willen und mit dem Tod umzugehen. Aber wir bringen durch unsere Rituale keinen Menschen zu Gott hin oder von ihm weg. Gottesdienst bedeutet nicht, daß wir Gott etwas geben. Es bedeutet, daß Gott uns dient und seine Hilfe gibt.

Pastor Johannes Schröder